Webinar mit der Online Consulting AG zeigte, wie generative KI die Entwicklung von Applikationen und Workflows verändert
Vibe Coding gilt als einer der spannendsten Trends im Bereich Künstliche Intelligenz und Softwareentwicklung. Statt Anwendungen klassisch zu programmieren, können Ideen, Prototypen und funktionierende Lösungen zunehmend über Sprache, Beschreibung und KI-Unterstützung entstehen. Welche Chancen sich daraus für Unternehmen ergeben, zeigte ein Webinar von digital-liechtenstein.li gemeinsam mit dem Mitglied Online Consulting AG.
Ralf Angermann, Head of AI Solutions, und Michael Kammerer, CTO der Online Consulting AG, gaben den Teilnehmenden einen praxisnahen Einblick in die Grundlagen, Potenziale und Grenzen von Vibe Coding. Im Zentrum stand die Frage, wie generative KI die Microsoft Power Platform, die Prozessdigitalisierung und die Entwicklung von Business-Applikationen verändert.
Zu Beginn stellte Martin Knöpfel die Standortinitiative digital-liechtenstein.li vor und ordnete das Webinar in das Ziel ein, die digitale Transformation des Wirtschaftsstandorts Liechtenstein gemeinsam mit über 70 Unternehmen und Organisationen aktiv voranzutreiben. Anschliessend präsentierten Ralf Angermann und Michael Kammerer die Online Group als erfahrenen Microsoft Partner mit Fokus auf generative KI, Managed Services, IT-Outsourcing und Prozessdigitalisierung.
Ralf Angermann erläuterte das Konzept von Vibe Coding und zeigte auf, warum dieser Ansatz international als möglicher Gamechanger gilt. Durch generative KI wird Softwareentwicklung stärker demokratisiert. Auch Personen ohne klassischen IT-Hintergrund können Applikationen entwerfen, Prozesse abbilden oder erste Prototypen erstellen. Damit entstehen neue Möglichkeiten, Ideen schneller zu testen und digitale Lösungen näher an den Fachbereichen zu entwickeln.
Ein Schwerpunkt des Webinars lag auf den Chancen und Herausforderungen für Unternehmen. Vibe Coding kann Innovation beschleunigen, Mitarbeitende befähigen und die Umsetzung digitaler Lösungen vereinfachen. Gleichzeitig braucht es klare Leitplanken. Themen wie Governance, Sicherheit, Qualitätssicherung, Testing, Datenhaltung und Ausbildung der Mitarbeitenden sind entscheidend, damit aus schnellen Prototypen verlässliche und produktive Anwendungen werden.
Michael Kammerer zeigte in einer technischen Demonstration, wie mit Microsoft Copilot und der Power Platform Workflows und Applikationen effizient erstellt werden können. Anhand konkreter Use Cases wurde sichtbar, wie schnell sich Prozesse modellieren, Anwendungen aufbauen und Automatisierungen umsetzen lassen. Gleichzeitig wurden auch die Grenzen der Plattformen und die Anforderungen an einen professionellen Betrieb thematisiert.
Für produktive Vibe Coding Projekte empfahl Kammerer einen strukturierten Ansatz. Prototypen können etwa mit Tools wie Lovable entwickelt, der Code anschliessend in GitHub übernommen und Daten in einer gemanagten Umgebung wie Azure gespeichert werden. So lassen sich Geschwindigkeit, Sicherheit und Kontrolle besser miteinander verbinden.
In der abschliessenden Fragerunde gingen die Referenten auf Toolauswahl, Testing und die Integration externer Apps in Microsoft Workflows ein. Deutlich wurde: Vibe Coding eröffnet Unternehmen neue Möglichkeiten, digitale Lösungen schneller zu entwickeln. Entscheidend ist jedoch, den neuen KI-Ansatz nicht unkontrolliert einzusetzen, sondern ihn mit klarer Governance, technischer Architektur und einem guten Verständnis der Geschäftsprozesse zu verbinden.